Coronavirus: Versicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte

03.03.2020

In erster Linie ist es wichtig, die Verhaltensempfehlungen und Anweisungen des Bundesamtes für Gesundheit und der kantonalen Behörden zu befolgen. So lässt sich das Risiko einer Ansteckung reduzieren. Die Empfehlungen werden laufend angepasst. Wenn die Empfehlungen und Anweisungen befolgt werden, können wirtschaftliche Schäden entstehen. Wer trägt diese Schäden?

Das Epidemiegesetz des Bundes regelt die Zuständigkeit und die Massnahmen, welche Bund und Kantone treffen köönen. Das Gesetz sieht aber keinen Schadenersatz für die nachteiligen wirtschaftlichen Folgen dieser Massnahmen vor (auser bei Impfschäden). Es stellt sich somit die Frage, ob Dritte oder Versicherungen für die Schäden aufkommen.

Versicherungsrechtlich stellt die Infektion mit dem neuen Coronavirus bzw. der Ausbruch der Erkrankung COVID-19 eine Krankheit und nicht einen Unfall dar. Die Ansteckung ist nicht derart ungewöhnlich, dass der gesetzliche Unfallbegriff erfüllt wäre. Die Unterscheidung ist bezüglich Behandlungskosten entscheidend und für die Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden in Bezug auf das Taggeld. Im Fall einer Taggeldlösung beträgt der Lohnersatz in der Regel 80% des Bruttolohnes. Wer aufgrund der behördlichen Empfehlungen oder Anordnungen nicht arbeiten geht, hat Anspruch auf Lohnfortzahlung bzw. Lohnersatz. Die meisten Versicherungen werden aber kein Taggeld bezahlen, wenn Arbeitnehmende nicht krank sind, sondern in Quarantäne stecken.

Die weiteren wirtschaftlichen Folgen, welche durch den neuen Coronavirus verursacht werden, sind normalerweise nicht versichert. Im Vordergrund stehen Umsatz- oder Ertragsausfälle. Eine Deckung kann über eine Epidemie-Versicherung für Unternehmen bestehen. Wenn aufgrund behördlicher Anweisungen oder Empfehlungen eine Reise abgesagt werden muss, werden die Kosten vermutlich durch eine Reise- oder eine Annullationskostenversicherung gedeckt. Im Einzelfall sind die Versicherungsbedingungen massgebend.

Bei Fragen im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus helfen wir Ihnen gerne.

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